Fußball in Güdesweiler

Eine Gemeinschaft junger Männer gründete den „Fußballclub 1928 Güdesweiler” und wählte die Vereinsfarben Schwarz und Weiß. So kam es, dass zum ersten Mal in unserem Heimatdorf auf Vereinsebene Fußball gespielt wurde. Trotz der harten Lebensumstände, die zu dieser Zeit überall in der Region herrschten, war der Reiz zu groß, den die Jagd nach dem runden Leder, die Faszination des sportlichen Wettstreits und das Gemeinschaftserlebnis eines verschworenen Haufens ausübt.

Viele Spieler, Trainer und ehrenamtliche Vorstandsmitglieder haben sich in die Annalen der Sportfreunde Güdesweiler eingetragen. Dies wird in den Chroniken zum 50jährigen, 60jährigen und 75jährigen Vereinsjubiläum gewürdigt.
Als unsere Aktiven nach dem Aufstiegserfolg im Jahre 2010 per Traktoranhänger durch die Gemeinde gefahren wurden, dachte wohl niemand daran, dass diese Art der Fortbewegung vor 80 Jahren noch als Luxus gegolten haben muss. Motorisiert zum Auswärtsspiel, das war damals nicht selbstverständlich. Umso höher sind die Leistung und der Verdienst der Menschen zu bewerten, die hier den Vereinsfußball ins Leben riefen.

In politisch nicht einfachen Tagen war es mühsam für Vereine wie den FC Güdesweiler den Sport für die Menschen im Vordergrund zuhalten. Doch in dieser Beziehung erwiesen sich die Sportfreunde vom Gombach stets als äußerst zäh. So wurde der Spielbetrieb trotz Kriegswahnsinn bis 1943 aufrecht erhalten und bereits 1945 wieder aufgenommen. Lediglich in den Jahren 1960 und 61 kann aus Mangel an Spielern dem kontinuierlichen Wettbewerb in der Liga nicht nachgegangen werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt trug man die Heimspiele auf dem Platz am Friedhof außerhalb des Dorfes aus. Mit der Errichtung des neuen Areals am heutigen Standort an der Gombach kam neuer Schwung in den Klub.

Der inzwischen in „Sportfreunde Güdesweiler” umbenannte Verein entwickelte neben Fußball immer wieder neue Sparten, unter anderem wurde Damenhandball und ein Lauftreff angeboten. Als erfolgreichste Abteilung erwies sich die 1960 gegründete Sparte „Turnen”. Diese mündete in dem heutigen „Turnverein Güdesweiler”, nachdem man sich 1975 leider – aber in gütigem Einvernehmen – entschieden hatte, getrennte Wege zu gehen.

Heute ebenfalls noch aktiv ist die 1974/75 erstmals aufspielende AH-Mannschaft. Wie der gesamte Verein auch, erlebten sie in den vergangenen Jahrzehnten sowohl Höhen als auch Tiefen.  

Sportlich zeigte der Weg der aktiven Fußballer von Güdesweiler mal nach oben, aber immer wieder auch nach unten. Auf Meisterschaften und Aufstiege folgten Abstiege. Erst im Jahre 1990 konnte man unter dem „Jahrhundert-Trainer“ Hans-Jürgen „Henry“ Henn erstmals in die Bezirksliga aufstiegen und somit zwei Ligen unter sich lassen. Der Verein wurde in dieser Zeit vom Vorsitzenden Erich Robb geführt.

Dem Erfolg in den 2010er Jahren  ging eine Zeit des Schattendaseins voraus. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga im Jahr 2000 spielten die SFG acht Jahre lang in der Kreisliga A Schaumberg, ehe man unter Spielertrainer Timo Hinsberger den berühmten bitteren Gang in die B-Klasse antreten musste.

Als Spielertrainer verpflichtete der Verein zuvor zur Jahrtausendwende Patric Dieringer (Namborn), danach folgte mit Gerd Bonenberger (Freisen) ein Mann, der mit allen Wassern gewaschen war und dessen Tricks und Kniffe noch heute Gesprächsthema sind. 2006 versuchte das Vereinsgewächs Jens Roob neue spielerische und taktische Akzente zu setzen – Stichwort Viererkette. Leider musste man jedoch erkennen, dass die Mannschaft hierfür noch nicht reif genug war. Ab dem Frühjahr 2007 leiteten Peter Kapitza und Jupp Schmitt den Trainings- und Spielbetrieb, bis im Sommer Timo Hinsberger sein Amt antrat.
Als Vorsitzender führte nach dem Abgang von Heiko Schu der ehemalige Spieler Arndt Müller die Geschicke des Vereins in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts. Ihm folgte 2008 der aus Hirzweiler in die Güdesweiler Wennels-Familie eingeheiratete, aktive Spieler Lars Kaas.

Sportlich sollten in der Saison 2008/09 mit der Verpflichtung von Ex-SFG Spieler Ingo Volz (Oberthal) als Trainer die Weichen auf Neuanfang gestellt werden. Ganz unten in der Kreisliga B angelangt musste man jedoch auch den Weggang zentraler Akteure verkraften. Der Versuch dafür die Stärken jüngster Eigengewächse in den verbliebenen Stamm einzubinden gelang nur teilweise. Bereits in der Wintervorbereitung warf Ingo Volz das Handtuch. Die Spieler Peter Jakobs und Torsten Kunkel übernahmen die Übungsleitung und hielten die Truppe bis zum Saisonende zusammen. Hier zeigte sich wieder, dass der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft bei den Sportfreunden Güdesweiler schon seit je her Garant für den sportlichen Fortbestand ist.
Auch im Hinblick auf die Reservemannschaft (die „Zweite”) waren die nun folgenden Schritte sehr wichtig. Denn musste man in der Kreisliga B mangels ausreichender Gegner eine Doppelrunde spielen, was ständig unterschiedliche Spielorte der beiden aktiven Mannschaften zu Folge hatte, so war auch in der Saison 2009/10 aus oben genanntem Grund keine Regelmäßigkeit im Spielplan der zweiten Mannschaften.

Die wichtigen Schritte waren die Umwandlung des Aschenplatzes in einen Kunstrasen sowie die vom Vorstand beschlossene Verpflichtung eines Spielertrainers, dessen fußballerisches Können die Mannschaft in eine neue Dimension führen sollte. Diesen fand man in Roland Rohra, den man vom SV Thalexweiler loseisen konnte. Zusätzlich leitete man eine Rückholaktion ein und verpflichtete starke Spieler, die einen Bezug zu den Sportfreunden und zu Güdesweiler hatten. Der so geplante Erfolg trat schon in der ersten Punktrunde ein. Mit neuen Identifikationsfiguren, dem Zuspruch der Zuschauer und einer insgesamt tollen Saison konnten die Aktiven den Aufstieg in die Bezirksliga St. Wendel feiern.

Aber nicht nur bei den Herren tat sich einiges in dieser Zeit. 2009 liefen erstmals auch Damen für die Sportfreunde auf. Zunächst wurden diese von Danny Jung und Tobias Erfurt betreut. Stand zunächst der Spaß und das gesellige Beisammensein im Vordergrund, konnten in den späteren Jahren unter Trainer Willi Jung auch sportliche Glanzlichter gesetzt werden. Ein besonderes Highlight war sicherlich der Aufstieg in die Landesliga im Sommer 2016. Im Sommer 2019 wurde die Damenmannschaft abgemeldet.

Zurück zu den Herren. In der Saison 10/11 konnte man als Neuling einen hervorragenden vierten Platz belegen und spielte bis kurz vor Saisonende gar noch um den Relegationsplatz mit. Weniger gut lief es in der darauffolgenden Runde. Erst auf den letzten Drücker gelang es den Klassenerhalt zu sichern. Im Sommer 2012 heuerte mit Christian Dorobek von SV Hasborn ein neuer Spielertrainer an. Unter ihm landeten wir zweimal im gesicherten Mittelfeld. Auch in der Spitze des Vorstandes gab es im Jahr 2012 Veränderungen. Auf Lars Kaas folgte der bisherige zweite Vorsitzende Udo Beining. 2014 übernahm dann Stephan Keil die Kommandobrücke der SFG.

Zur Saison 14/15 entschied sich der Verein neue Wege zu gehen. Erstmals ging man mit einem Trainer Duo in eine Runde. Als Haupttrainer konnte der bereits über einige Erfahrung verfügende Andre von Ehr verpflichtet werden. Ihm zur Seite als Co Trainer stand mit Daniel Jung ein talentierter Spieler, der vom SV Hasborn den Weg ins Gombachstadion fand.. Diese Zusammenarbeit sollte sich für alle Beteiligten als Volltreffer heraus stellen. Musste man sich im ersten Jahr noch mit einem sechsten Platz zufrieden geben, landeten wir in der Saison 15/16 auf dem zweiten Platz der Bezirksliga St. Wendel. Somit qualifizierten wir uns für die Relegationsrunde. Diese konnten wir souverän mit sechs Punkten und einem Torverhältnis von 7 : 0 für uns entscheiden. Die Gegner kamen aus Erbach und Spiesen.

Erstmals in der Geschichte der Sportfreunde durfte man sich Landesligist nennen. Auch wenn wir in der ersten Saison ab und an die Grenzen aufgezeigt bekamen, stand am Ende ein guter neunter Rang zu Buche.

Mit dem neuen Coach Jan Morsch landeten wir knapp über dem Strich auf dem 12. Platz. Da Jan aus zeitlichen Gründen die SFG bereits nach einem Jahr wieder verließ, mussten die Verantwortlichen des Vereins, nun angeführt vom Präsidenten Elmar Kelkel, abermals eine neue Lösung für den Trainerposten suchen.  Diese fand man im Gespann Luca Greco und Christopher Linn. Beide liefen zuvor mehrere Jahre erfolgreich in der Saarlandliga auf. Im ersten Jahr konnte man am letzten Spieltag dem Abstieg ganz knapp entrinnen. Da die Ergebnisse auch in der darauffolgenden Runde nicht besser wurden, entschied sich der Verein im September 2019 die Zusammenarbeit mit Beiden zu beenden. Als Interimslösung sprangen dankenswerterweise die beiden Spieler Kai Schuch und Christoph Gisch ein. Bis zum Winter ging es hierbei hauptsächlich um Schadensbegrenzung. Die Pause wurde genutzt um an einigen Defiziten zu arbeiten. Mit vier Punkten aus zwei Spielen trugen diese Mühen auch gleich Früchte. Durch den Corona bedingten Abbruch der Saison sollten diese Punkte Gold wert werden. Da nur der Tabellenletzte absteigt, bleiben wir mit zwei Zählern Vorsprung auf das Schlusslicht aus Wemmetsweiler in der Landesliga. 

Chronologisch lesen sich die Erfolge der Vereinsgeschichte wie folgt:
1928 1. Spiel
1946/47 Meister Kreisklasse 2 St. Wendel
1951/52 Meister Kreisklasse 2 St. Wendel
1967/68 Meister Kreisliga C St. Wendel
1975/76 Meister Kreisliga C St. Wendel
1982/83 Meister Kreisliga B Sötern
1988/89 Meister Kreisliga B Sötern
1989/90 Meister Kreisliga A Schaumberg

2009/10 Zweitplatzierter Kreisliga A Schaumberg
(Aufstieg in Bezirksliga St. Wendel nach Entscheidungsspiel gegen den TuS Fürth)

2015/16 Zweitplatzierter Bezirksliga St. Wendel
(Aufstieg in die Landesliga Nord nach Relegationsrunde gegen Spiesen und Erbach)

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