Bericht Saarbrücker Zeitung 22.09.2020

Saarbrücken Verbandstag technisch ohne Probleme. Ex-Fifa-Schiedsrichter Müller fällt bei Wahlen durch. Keine weitere Spielklasse unterhalb der Saarlandliga.

Nach der Wahl von Heribert Ohlmann zum neuen Präsidenten des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) gingen die Wahlen für die übrigen Positionen im Präsidium des SFV am Samstag zügig über die Bühne. Neben den neugewählten Vizepräsidenten Lars Dietrich und David Lindemann sowie Schatzmeister Uli Kiefer, dem Spielausschuss-Vorsitzenden Josef Kreis, Jugendleiter Rainer Lauffer und Pressesprecher Michael Scholl gehören Joachim Schmieden (Verbandsjustiziar), Nicole Recktenwald (Frauen- und Mädchenfußball) sowie Volkmar Fischer (Verbandsschiedsrichterobmann) dem Vorstand an. Die Abstimmung wurde von den Delegierten erstmals per Handy durchgeführt. Das funktionierte technisch reibungslos und sorgte auch für eine beträchtliche Zeitersparnis.

Fischer musste vom Verbandstag satzungsgemäß nur bestätigt werden, denn die Schiedsrichter bestimmen ihre Führung eigenständig. Der Mediziner hatte sich bereits am Freitag in einer turbulenten Sitzung der Schiedsrichter in Theley mit 92 zu 37 Stimmen gegen Herausforderer Gerhard Bednorz durchgesetzt. Auch Lehrwart Thomas Knoll wurde im Amt bestätigt, trotz direkter Betrugsvorwürfe aus der Versammlung. Als Ex-Fifa-Schiedsrichter Heiner Müller zwei Mal bei der Wahl zum Beisitzer durchfiel, verließen die Delegierten des Kreises Westsaar geschlossen den Saal. „Hier ist jetzt der neue Vorstand gefordert“, sagte der neue SFV-Präsident Heribert Ohlmann, selbst lange Jahre Schiri-Obmann, „wir müssen Gespräche führen und den vakanten Posten besetzen.“

Der Verbandstag beschäftigte sich aber auch mit Sachthemen. So wurden die Anträge des TuS Lappentascherhof und des 1. FC Reimsbach auf die völlige oder teilweise Streichung von Gebühren mehrheitlich abgelehnt. Daran hatte sicherlich auch die Rede von DFB-Vizepräsident Rainer Koch einen gewissen Anteil. Koch erklärte, dass die Gebühren im SFV deutlich geringer seien als beispielsweise in seinem bayerischen Verband. Der Verbandsvorstand scheiterte seinerseits mit dem Vorschlag, dass Vereine künftig bei Anrufung des Schiedsgerichts vorab einen „Verfahrenskostenvorschuss“ von 1000 Euro zahlen sollen. Die Begründung, dass mit solchen Verfahren immer hohe Kosten entständen und Vereine wegen des Vorschusses nicht mehr „leichtfertig und unüberlegt“ den Rechtsweg beschreiten, konnten nur wenige Delegierte nachvollziehen, sahen sich vielmehr in der Freiheit der Rechtsmittel beschnitten.

Mit großer Mehrheit dagegen wurde die von Verbands- und Vereinsvertretern gemeinsam erarbeitete Spielklassenreform durchgewunken. Dabei bleibt aber vieles beim Alten. Unterhalb der mittlerweile sponsoring-benamten „Schröder-Liga-Saar“ (besser bekannt als Saarlandliga) wird keine weitere Spielklasse eingeführt. Allerdings liegt die Zuständigkeit über Ligenzusammensetzung und Einteilung der Mannschaft ab der Landesliga künftig bei den jeweiligen Kreisen. Die Zahl der Bezirksligen wird auf acht erhöht, darunter sind zwölf Kreisligen A vorgesehen. Die Reform soll ab der Saison 22/23 greifen, die Spielzeit 21/22 quasi als Qualifikationsrunde laufen. Die genauen Kriterien werden allerdings noch erarbeitet.

Wer sich auf dem Platz nicht an die Regeln hält, wird bekanntermaßen auch mal gesperrt. Diese Sperren sind nun präziser definiert. So lautet die Strafe für „rohes Spiel“ bespielsweise nicht mehr „zwei Wochen bis sechs Monate“ sondern „zwei bis 24 Pflichtspiele“.

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