Es gibt Weine, die mit den Jahren besser werden. Dann gibt es Jahre, die nur mit Wein besser werden. Und in so einem Jahr befinden wir uns gerade. Und da hatten wir richtig Glück, denn am letzten Samstag luden die Mombergteufel zum ,,Vino diavolo“ beim Steffe in Gronig ein. Mit teuflisch guten Weinen aus 7 verschiedenen Ländern, teuflisch gutes Fingerfood und teuflisch guter Musik boten sie uns eine teuflisch gute Unterhaltung. Dabei führten Günter Kasper und Jochen Müller durchs Programm, an die jeweiligen Weinländer angepasst mit entsprechender Kleidung. Es gibt ja 3 Dinge im Leben, die unerträglich sind: Kalter Kaffee, ein leerer Kühlschrank und lauwarmer Weißwein. Deshalb beeilten sich die ausschenkenden Mombergteufel mit ihren Helfern, den Wein schnell zu servieren. Die Spanier kamen daher mit einem cremigen trockenen Weißwein, der anfangs in der Nase wie ein Eisbonbon wirkte und sich nach und nach zur Stachelbeere mit Banane, Mango und süßer Ananas entwickelte, im Mund rund und cremig, sich aber rasch im fruchtigen Gaumen verabschiedete und mit einer fast subtilen Bitternote an Kräutern den Abgang machte. Da spiegelte sich die spanische Lebensfreude wider. Nach dem Südafrikaner kam der Südtiroler mit einer goldgelben Farbe und leicht grünlichem Schimmer, darüber hinaus mit einem Mundgefühl von einem fruchtigen Bouquet und einem laaaangen zitronigen Abmarsch. Was sich dann anhörte wie der Song of Solomon der Corinthians im 51. Psalm der Maori Bibel, war die Ankündigung des neuseeländischen trockenen Weißweines. Ko taku katoa e rongo nei ko, kia ha te waina. Der Häuptling persönlich präsentierte sich auf der Bühne als tanzender Krieger der Ureinwohner mit dem Ausdruck von Stolz und Stärke eines Stammes…..eine Herausforderung für jeden Mombergteufel im Hintergrund. Genauso präsentierte sich der Wein, ganz schön knackig und frisch im Gaumen. Was besonderes für Riesling Entdecker kam aus der Pfalz, ein sogenanntes Frühlingsplätzchen. Die Kraft aus vollreifen, goldgelben Trauben steckte in dieser weichen Spätlese. Wobei ich nach dem 5. Wein nur noch feststellen konnte, dass dieser hier sich wie Wasser trinken ließ. Nun machte sich auch bemerkbar, je stärker der Wein, desto schwächer das Bein. Man blieb also sitzen und wartete auf die Nummer 6, diesmal einen roten Merlot mit köstlichem Beerenaroma aus Frankreich. Und zu guter Letzt ein Granat aus dem Colchagua-Tal in Chile. Mit einem Wein aus den Spitzen-Rebanlagen Los Lingues und Lolol, haute dieser charakterstarke Typ mit 14 Prozent einen regelrecht um und bescherte einem ein beeindruckendes Endlos-Finale. Gott sei Dank, hat es die Reblaus eine räudige Pflanzenlaus aus der Familie der Phylloxeridäischen Zwergläusen, es noch nicht bis in dieses Tal von Chile geschafft. Aber egal ob Pflaumen, Brombeer, Bananen oder Tabakgeschmack mit Holzwürze, die hartgesottenen blieben bis in die frühen Morgenstunden. Während ich mal wieder frühzeitig abdanken musste, sangen andere noch lange ,,Nach Hause gehen wir noch nicht“. Danke an die Mombergteufel, Top Veranstaltung.


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